Blasmusik von sanft bis fetzig

Fachbereich Bläser der Musikschule hat zum Ausprobieren eingeladen

Wie vielfältig Blasmusik sein kann, haben jetzt Schüler der Musikschule Wetzlar gezeigt. Der Fachbereich Bläser hatte zu seinem ersten Aktionstag eingeladen. Zum Auftakt des Nachmittags präsentierten jüngere Schüler bekannte Melodien aus Film und Fernsehen. Sie hatten richtige „Ohrwürmer“ im Repertoire: etwa die Musik der „Sendung mit der Maus“, „My Heart will go on“ oder die Titelmusik von Michel aus Lönneberga“. Die vielen Zuhörer hatten dann die Gelegenheit, an einem Ratespiel teilzunehmen. Kniffelige Fragen mussten beantwortet werden. Zum Beispiel: „Wie schwer ist ein Fagott?“ Wer nicht weiterwusste, konnte die Lehrer befragen, sie sich mit ihren Instrumenten in den Räumen des dritten Stockwerks verteilt hatten. Hier gab es dann auch Gelegenheit zum kostenlosen Ausprobieren der verschiedenen Blasinstrumente. Auch dieses Angebot fand regen Zuspruch, so dass bald aus allen Räumen ein fröhliches Tuten und Blasen zu vernehmen war. An den leuchtenden Augen konnte man sehen, dass der eine oder die andere ihr Wunschinstrument gefunden hatte. Das Abschlusskonzert wurde dann von den fortgeschrittenen Schülern gestaltet. Hier konnte sich das Publikum vom hohen Niveau der einzelnen Beiträge begeistern und verzaubern lassen. Mara Fugensi eröffnete mit Telemanns „Triste“ aus der Sonate in f-Moll und bewies in ihrem Vortrag, dass man der Posaune auch sehr sanfte Töne entlocken kann. Das berühmte „Greensleeves to a Ground“ wurde von der siebenjährigen Kirsten Müller mit Bravour auf der Blockflöte gemeistert. Im „Russischen Zigeunerlied“ von Popp zeigte Charis Kim die virtuosen Seiten des Querflötenspiels. Warmen Hornklang verströmte Konrad Steinbach mit seinem Vortrag des „Morceau de Concert“ von Saint-Saëns. Man konnte ihn noch einmal mit der stimmungsvollen Interpretation des „Andante“ aus Mozarts Hornkonzert hören. Bei beiden Beiträgen begleitete in Carola Friedmann am Klavier. Das Fagott im Duo hört man nicht alle Tage und so war es ein besonderer Genuss, Bjarne Borschel mit seiner Lehrerin Renate Samrock bei der feinen Interpretation von zwei der instruktiven Duette Küffners zuzuhören. Dass die Blockflöte kein altmodisches Instrument ist, bewies die Blockflötencrew unter Leitung ihrer Lehrerin Jeanette Dörr, die mit Witz und großem Können Leenhouts „Tango für Elise“ auf die Bühne zauberten. „Aus Holbergs Zeit“ nannte Grieg eine Suite im barocken Stil, die vom Querflötenquartett unter der Leitung von Michael Hoyer sehr gefühlvoll vorgetragen wurde. Fröhliche Stimmung verbreitete das Blechbläserprojekt „Brass together“ unter der Leitung von Matthias Wetzlar. Klanggewaltig und äußerst schwungvoll gaben sich die zehn Musiker. Die elfjährige Anna Matzen bezauberte das Publikum mit einem Solovortrag. In dem sehr schwierigen Stück von Kovacs „Hommage a Manuel de Falla“ präsentierte sie scheinbar mühelos alle möglichen Nuancen auf ihrer Klarinette. Mit Saxophon und Klavier setzten Noemi und Melodie Funk den fulminanten Schlusspunkt. Sie spielten den zweiten Satz aus Milhauds „Scaramouche“ mit großer Verve. Lehrer Travis Meisner hatte sie perfekt vorbereitet. Mit lange anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum.

Wetzlarer Neue Zeitung, 21.11.2014